2 Tage im August I

Ich werde ja immer misstrauisch, wenn im Laufe eines Gesprächs das Wort »Meinung« praktisch in jedem Satz erscheint. Ganz besonders dann, wenn vom Ausgang des Gespräches irgend etwas abhängt. In diesem Fall ging es um den Zoll an der Schweizer Grenze. Gebrauchtes Material (ein paar alte LED Lampen von Expolight) hat der Chef gekauft und die sollen nach Hannover. Nach »Meinung« des Altgesellen »wollten die ja was von uns«, also sollten die sich nicht so haben. Schon mal ganz kalter Kaffee und auch nicht besonders originell. Cheffe telephonierte so oft mit dem Zollamt in Hannover, bis er jemanden am Rohr hatte, der in groben Zügen daß erzählte, was er hören will. Man war also bestens informiert und mit einer Meinung bewaffnet – was kann da noch schiefgehen?

Ich misstraute dem Braten und rief erst mal ein paar Leute an, die das schon mal gemacht hatten bzw. beruflich damit vertraut sind. Das Ergebnis dieser Telephonate war dergestalt, daß ich mir ein halbes Dutzend Telephonnummern und Namen notierte – nur für den absolut sicheren Fall, daß ich mit den äußerst vagen und offensichtlich falschen Instruktionen bei der Ausreise in ein offenes Messer laufen würde. Und laufen würde ich…

Ob ich nicht lieber zu Zweit mit dem Lieferwagen fahren würde? Das wären immerhin fast 1000 km hin und zurück (1500, da brauche ich nicht mal zu googeln; geradezu prototypisch: die kleinste Zahl annehmen und für Gesetz halten) und dann kann man sich ja ablösen. Dümmliche Musik hören, langweilige Gespräche führen, den eigenen Angstschweiß schmecken bei jemanden, der diese Schlurre noch nie gefahren ist und bei jedem zweiten McDonalds halten – nein, bitte, bitte alleine… ist ja auch viel billiger! Das Argument zog; war ja klar. Der Altgeselle wollte dann auch gleich ein Hotel buchen – ohne sich über die Reiseroute annähernd im klaren zu sein (die Schweiz liegt kurz hinter Frankfurt) oder mich zu fragen; dafür schön billig.

»300 Euro werden ja wohl reichen«, mein Feldbett und Schlafsack hinten reingeworfen und los – das Auto ist ja vollgetankt (war es nicht). »Ich hab mit der Yamaha schon ganz andere Touren überlebt« und »hütet Euch davor, klein und hässlich zu sein« im Kopf auf die Autobahn.

Ich liebe das Reisen, liebes es, mit dem, was man zufällig dabei hat und ohne die gewohnte Infrastruktur Probleme zu lösen, mit Rödeldraht und Gaffatape Airliner vor dem sicheren Absturz zu bewahren oder die Prinzessin zu befreien. Bewaffnet mit dem Schlafeschaf und Leatherman die Welt erobern bzw. zu überleben. Vorerst sind jedenfalls keine Drachen zu verspeisen, sondern Kilometer zu fressen, was, nachdem man den maroden Straßenbelag von Hannovers Umland hinter sich hatte, auch ganz gut läuft.

Das Radio lassen wir besser aus – zwar hält sich beinahe jede Radiostation so etwas wie einen Kulturkanal, aber da gehen unsere Meinungen zum Teil sehr weit auseinander, was denn nun Kultur ist und was besser nicht. Auch Gedanken über die nahe Zukunft und das Humorverständnis von Zöllnern sind Makulatur; erst recht, wenn man sich an Karl Valentins Diktum erinnert, daß Prognosen dann besonders schwierig sind, wenn sie sich auf die Zukunft beziehen. Jedenfalls löst sich der Stau, in dem ich seit zwei Stunden stehe, dann doch langsam auf… ist ja auch nicht einfach, drei Spuren auf eine Umleitung zu lenken, dessen Verkehr über eine Dorfampel geregelt ist, deren Takt sich auf die große Pause der nahen Schule und die Mähdrescher im Ernteeinsatz bezieht. Auch über den Grund der Vollsperrung mag man gar nicht nachdenken – die Verkehrsnachrichten sprachen von Wartungsarbeiten – und so sind meine Gedanken beim Praktikanten, der mit einem Rotmarderpinsel Nr. 0 eine fehlende Fahrbahnmarkierung nacharbeitet.

So träumt man sich über den Tag an den weißen Linien entlang, Berge, Brücken, Raststätten, deren vornehmste Aufgabe die Parkmöglichkeit und Fütterung der LKW-Fahrer ist. Noch 60 km bis Basel und wenn die kleinen grauen Tierchen, die über die Straße huschen und die kein Geräusch machen, wenn man sie überfährt, zu viele werden, sollte man aufhören. Ich werde müde und jetzt runter von der Bahn. Noch etwas durch ein paar verschnarchte Dörfer kutschieren, ein Hinweisschild zum Parkplatz eines Trampelpfades mit Aussicht – heute Nacht trampelt niemand mehr, dunkle Wolken hängen in den Bergen und ich will jetzt ein Becks! Der Tank ist wieder voll, etwas Schokolade und zwei Brötchen, keine dumme Rezeption, die meine Emailadresse, den Geburtsnamen meiner Mutter und mein Geld will, nur Ruhe, mein Feldbett und Iwan Turgenjews »Aufzeichnungen eines Jägers«.

Als ich das Licht ausmache, trommelt der Regen auf das Dach und ich schlafe sofort ein. Wie auf einem Boot, zwei wirre Gedanken noch und dann ist es unfassbar ruhig.

Es ist schon hell und die Nässe dampft von den Blättern der Bäume. Wo bin ich denn hier gelandet? Ein beinahe kreisrunder Parkplatz, neben dem Auto eine verlassene Feuerstelle, zwei vergessene Zeltheringe und ein buntes Schild mit Versprechungen, welche Naturschönheiten einen erwarten, wenn man den ausgelobten Pfad weiter nach Westen trampelt. Wenn ich das richtig interpretiere, beginnt nach 100 Metern Frankreich, aber da wollen wir heute nicht hin. Grüner kann eine Grenze nicht sein. Das Navi jammert, daß es durchaus weiterwüsste, wenn es eine befahrbare Straße unter den Rädern hätte; ein lösbares Problem mit einigen bangen Momenten, in denen ich bete, mich nicht in dem Sumpf festzufahren in den ich mich verirrt habe. Im nächsten Café gibt es erst mal eine Mug Kaffee und eine handvoll Zigaretten. Eine Stunde bis zum Ziel oder auch etwas mehr, aber sehr gut in der Zeit. Teil Eins meines Planes hätte ich damit erledigt.

Fluchend stelle ich fest, daß die Einstellung meines Navis für die Schweiz von einem älteren Versuch stammt, mit dem Motorrad ohne Vignette aus dem Land zu kommen; ein vergeblicher Versuch nebenbei, der mich 200 Stutz kostete. Jetzt habe ich eine Vignette und extrem schmale Straßen durch die Berge, jeder Gedanke an Gegenverkehr führt zu Schweißausbrüchen. Nichts gegenverkehrt und wenn doch, haben die Menschen ein Einsehen, daß ich mit meinem Schiff mich nicht in Luft auflösen kann – man regelt sich und die Unzulänglichkeiten der Welt. Dreimal fahre ich an meinem Ziel vorbei und sehe erst dann das Firmenschild aus den Augenwinkeln, fahre dann verkehrt herum ans Loding-Dock und stehe erst einmal. Die drei Cases sind schnell geladen, eine freundliche Einladung zum Kaffee und ich tausche mit einem typischen Vertreter unserer Zunft, dunkel gebrannt, hager und den Menschen zugewandt, ein paar belanglose Freundlichkeiten aus. »Have a save journey« ist zwar nicht Schweizerdeutsch, aber gängig. Überhaupt fühle ich mich sprachlich sofort wieder auf sicherem Grund und Boden. Es ist etwas wie gestern, obwohl doch einige Zeit vergangen ist, seit ich hier gearbeitet habe. Ich liebe diese bedächtige, etwas zurückhaltende aber immer freundliche Art; ein wenig wie in Friesland und Küstenregionen überhaupt.

Jetzt schnell zurück auf die A3, lass das Navi doch zetern, den Rückweg kenne ich sowieso. In Basel werde ich wieder darauf hören, da scheint gerade ein Bauboom ausgebrochen zu sein. Erst mal auf die Autobahn. Aber das Navi scheint meine Gedanken erraten zu haben, ist verschnupft und leitet mich erst mal in ein Wohngebiet, das autobahnferner kaum sein kann. Nach ein paar Minuten schalte ich es ab und konzentriere mich auf die Straßenschilder. Ich bin immerhin in der Schweiz und nicht in Kasachstan. Jetzt bloß nicht nervös werden oder in Eile verfallen – der besondere Schweizer Humor zeigt sich beim Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit nur um ein paar Prozentpunkte. Und da ist auch noch ein Schild »Achtung! Schule«, es ist 11 Uhr, da rollt man sowieso nur noch langsam. Von einer Nebenstraße vor der Schule kommt von rechts ein kleiner Skoda, der so merkwürdig zuckt. Ich registriere noch das Vorfahrtschild rechts neben mir, da fährt der Unglückswurm auch schon los und ich stehe auf der Bremse. In England wäre die Wahl der Straßenseite durchaus richtig gewesen – hier ist sie es nicht und ich sehe mit einigem Erstaunen, wie die Fahrerin frontal auf mich zufährt. Das letzte, an das ich mich sicher erinnern kann, ist die bedauernde Geste beider Hände der Fahrerin – eine Vollbremsung wäre passender gewesen und so schnell bringe ich die beladene Karre nicht zum stehen. Das ist jetzt Pech und sie fährt mir in die Schnauze.

»Bumm« oder irgend so ein Geräusch. Von Airbags bleiben wir Gott sei Dank verschont, gefühlt spielte sich die Geschwindigkeit sowieso eher nach Parkplatz bei Aldi an. Ich steige aus und sehe erst einmal nach der älteren Dame in ihrem Kleinwagen. Sie redet und redet und ich warte, bis sie Luft holen muß. Runter von der Kreuzung und auf den Parkplatz der ein paar Meter entfernten Gemeindeverwaltung. So richtig ernst nehmen wir beide den Unfall vorläufig nicht – das war einfach zu blöde. »Ja, Polizei muß leider sein«, die Versicherung lacht mich sonst aus, außerdem Firmenfahrzeug ect. pp. Die Kantonsbeamten kommen nach einer halben Stunde und verströmen eine Aura der Ruhe und Zuversicht. Keine Verletzten, kein Blut, kein Streit. Ideale Arbeitsbedingungen sozusagen, Führerschein, Fahrzeugpapiere, ah der Herr ist aus Deutschland. Ich bekomme einen großgewachsenen, gutaussehenden Beamten (den hätte ich gerne photographiert), der mich ein paar Schritte beiseite führt. Die Gegner werden natürlich getrennt befragt. Kurzes Pow Wow am Dienstfahrzeug und Fragen haben sie eigentlich nicht mehr. Alkoholpusten und die Aufforderung »dann stellen sie mal die Schäden an ihrem Fahrzeug fest«. Aua,aua… das sieht nicht gut aus! Eher so, als hätte ich versucht, einen Pfeiler zu erlegen. Aus dem Kühler tropft noch etwas Wasser (der traurige Rest, wie sich wenig später herausstellt) und es sieht nach Massaker aus. Dem Skoda gehts vergleichsweise gut. Die Beamten kleben an der rechten, ich an der linken Seite die Trümmer an meiner Schlurre fest. Die Polizei mit rotem »Spurensicherung, gesperrt« Polizeitape, ich mit silbernem Gaffa. Das sieht schon lustig aus! Mal sehen, ob Cheffe das auch so witzig findet. »Mein« Polizist fragt mich zum Abschied noch, ob es mir gut ginge (den Umständen entsprechend) und und beinahe schon privat, ob ich eine Erklärung hätte, wie es zu so einem Unfall kommen konnte. »Wir sind alle Menschen«; mehr fällt mir dazu erst einmal nicht ein. Der Eine hatte Vorfahrt, der Andere nicht. So stehts im Protokoll und mehr ist dazu nicht zu sagen. Mal sehen, welche launigen Erklärungen die Versicherungen dazu parat haben.

»Das ist mir in 40 Jahren nicht passiert«. Die Familie der ortsansässigen Dame ist bereits vollzählig angetreten, während wir eine Zigarette zusammen rauchen. Sie lächelt auch schon wieder. »Das habe ich bei bei der ersten Schwangerschaft meiner Frau auch gesagt. Und jetzt haben wir 4 Kinder« erwidere ich und wir lachen zusammen. Stimmt auch beinahe aufs Jahr genau.

Jetzt bin ich alleine und pünktlich setzt der Regen ein, während ich unter dem Auto liege. Das sieht echt scheiße aus! Damit komme ich nicht weit! Etwas Silberfolie vom Dönergrill und Tape – wenn das bis zur Grenze reicht, habe ich die Golfmedaille, der Rest von meinem Mineralwasser gluckert in den Kühler – bis hierher kommt der ADAC nicht. Dann mal los! Noch nie hatte ich soviel Bammel vor diesen endlosen Tunneln in der Schweiz. Wenn der Motor hier verreckt, dann gute Nacht, Lisa. Mit 70 km/h und Tempomat und jeder möglichen Parkmöglichkeit geht die Reise langsam. Ein gute Mensch vergass an der ersten Haltestelle seinen vollen Wasserkanister am Klohäuschen; Glück muß der Mensch haben! Zwar ohne Deckel, aber das Problem ist lösbar. Das Kühlwasser läuft eigentlich ungehindert sofort durch, aber bis Rheinfelden bleibt die Temperatur unter 100 Grad und da ist schon der Zollparkplatz. Jetzt leuchten auch alle roten Lampen gleichzeitig – Maschine aus, weil Maschine kaputt . Wie es später weitergeht werden wir dann schon sehen!

Herr Zollbeamter ist von den Ohren vermutlich bis zu den Zehennägeln tätowiert und begrüßt mich mit einem deutlichen »MOIN«. Das fällt hier in Rheinfelden schon auf! »Ach, aus Bremerhaven wech!« steht im abgelaufenen Reisepass, der ihn sonst aber so wenig interessiert wie die mitgebrachte Loseblattsammlung aus Hannover. »Damit kommst Du hier leider mit Deiner Ladung auf keinen Fall durch«. Das dachte ich mir bereits seit 750 Kilometern und ich bin also wenig erstaunt. »Da mußt Du dieses und Jenes und am besten eine Spedition, die machen sowas jeden Tag!« Die Argumentation kommt mir bekannt vor, ich erwähne noch meinen kaputten Motor und frage, ob ich da stehen bleiben könnte wo ich nun mal stehe. »Ja, natürlich… ist ja alles leer hier und weg kannst Du ja nicht«, grinst mich der Zöllner an und fügt noch hinzu, daß hier um 20:00 Uhr Schicht wäre. Jetzt ist es etwa um Mittag, also besteht noch Hoffnung! Zurück im Auto stelle ich das Telephon auf sehr laut mithören und wähle eine mir bekannte Schweizer Nummer. Eine kurze Schilderung der Gefechtslage und ob sie dazu irgend eine Idee hätten. Am anderen Ende der Leitung schnauft es, Luft rauslassen, neue Luft, laaangsam ausatmen; räuspern… Luft holen. Der Mensch muß nun mal atmen. »Pantoufle, wie gehts Dir – lange nichts von Dir gehört«. Ja, das wäre bedauerlich und ich würde einiges darum geben, es an Ort und Stelle zu ändern.

»Ja, da hast Du ein echtes Problem, odrrr!« Alter Freund, jetzt reiß Dich zusammen und überlege! »Also, pass gut auf. Ich gebe Dir jetzt eine Nummer, die rufst Du an. Dann verlangst Du nach der Person (Name). Der sagst Du, daß wir Kollegen sind und Du für (Name meiner ehemaligen Schweizer Arbeitgeber) fährst. Dem gibst Du die Nummer von Deinem Chef und alles Weitere können nur die Beiden machen. Das klappt schon!«. Ich verehre die Schweizer Mutter, die Dich gebar und alle weiteren Vorfahren und die, die da noch kommen werden. Das nächste Telephon gilt Cheffe. Dem buchstabiere ich geradezu das, was er jetzt zu tun hat. Er ist auch erstaunlich ruhig (er spürt die Gewitterwolken über seinem Werk) und wiederholt, was genau er zu tun hat. Ab jetzt bin ich der Schweizer Präzision ausgeliefert – ich habe getan, was ich konnte und kann jetzt nur noch hoffen. Um 20:00 Uhr machen die Deutschen dicht, um 17:00 Uhr die Schweizer – jetzt ist es Einz. Um mich herum gibt es nur Trailer, die alle mindestens 10 Meter länger als ich sind und auch auf irgendwelche Stempel warten. Der Ton ist betont freundlich, familiär. Ein stark frequentierte Klo gibt auch; wir sehe alle nicht so festlich aus und warten gemeinsam. Gegen Drei ruft Cheffe an und erzählt mir breit und lang, (der Akku ist auf 18%) daß sich sein Laptop nicht aufklappen ließe und er Drei Leute gleichzeitig am Telephon hätte, die alle etwas von ihm wollten (vermutlich, daß er sich bewegt). Der Computer seiner Frau könnte nicht scannen und der Altgeselle könne via Teamviewer seinen Drucker nicht an den Start bekommen und immer diese Telephonate! Aus meinem Fenster dröhnt Punk-Musik von Frank Turner, was wiederum einen polnischen Trucker interessiert. Man lernt sich kennen. Sollten wir hier heute Nacht noch stehen, besteht eine Einladung zum Bier. Die einzige Gewissheit dieses Tages.

Ende Teil I

3 Gedanken zu „2 Tage im August I

  1. Es gibt ja Leute, die behaupten, das moderne Berufsleben böte keine Abenteuer mehr, sondern nur noch Trott. Hierorts ist nun der Beweis des Gegenteils erbracht.
    Was ein Glück, daß Cheffe so ein IT-Noob ist. Andernfall läse er, sobald er den Laptop aufgeklappt bekommen hat, hier möglicherweise mit. Und Vorgesetzte neigen bei öffentlicher Darlegung ihrer Fähigkeiten gerne mal zum Verschnupftsein. Dieser Hinweis dokumentiert übrigens en passant, daß ich bis zum vorläufigen Ende der Saga gelesen habe.
    Ich jedenfalls bin auf den Fortgang der Aventüre gespannt. Bisher fand ichs, aus sicherer und unbeteiligter Distanz rezipiert, erheiternd. Nix für ungut und viel Erfolg noch beim weiteren Verlauf!

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    • Moin, Oldfart

      Meine gute Frau kommentierte das mit dem Laptop mit einem einzigen Wort »Kuhfüssli«. Mehr wäre dazu auch nicht zu sagen. Wenn er hier mitlesen würde… nun ja: Lesen ist nicht so seines und schlimmstenfalls kann er mich feuern, was sicherlich nicht die schlechteste Idee wäre.
      Eine noch bessere wäre natürlich, daraus zu lernen. Das allerdings ist etwas, an das ich nicht glaube. Denn der Glaube an die eigene Urteilsfähigkeit und Kompetenz ist unerschütterlich.
      Das ist schön, daß Du zu Ende gelesen hast – Du hast Dich hoffentlich nicht gelangweilt. Und ohne zu spoilern sei gesagt, daß es eine Geschichte von vielen kleinen Rücksichtnamen und Hilfen ist; die Polizisten hatten wir ja schon, meinen ehemaligen Schweizer Kollegen … Die Welt besteht tatsächlich daraus, oder kann es jedenfalls. Ein Alltag, in dem man mit Rücksichtname und Hilfsbereitschaft dem anderen das Leben ein wenig erträglicher macht. Das jedenfalls ist mein Fazit, das ich daraus ziehe.

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    • Moin Oldfart

      »…hübschen Tresendame von Mercedes Nutzfahrzeuge läßt …«
      Mich auch, Oldfart, mich auch.
      Die Vorstellung, wie der Alte um das Zimmer mit dem Laptop herumläuft, alles Mögliche andere macht und dabei denkt: » Ich muß den Computer in Ordnung bringen, ich muß den Computer in Ordnung bringen.«

      Ich war von der ganzen Aktion ja schon äußerst entgeistert ( wie ich in Teil eins schon schrieb: Hütet Euch davor, klein und hässlich zu sein); als ich mir das Drama mit seiner transportablen IT am Telephon anhörte, fiel mir so gar nichts mehr ein. Angefangen vom ängstlichen Gesichtsausdruck, mit dem er mir die 300 Kröten in die Hand drückte. Mein alter Chef von (Name meiner ehemaligen Schweizer Arbeitgeber) hätte mir eine Kreditkarte geliehen – man weiß ja nie und der Junge wird schon wissen, was zu tun ist, wenn was schief geht.
      Der Typ hat den billigsten, weit entferntesten Mietwagen genommen, den es überhaupt gab (mit Rückgabe in der selben Nacht). Alleine die Kosten für das Taxi hätten für ein vernünftiges Auto gereicht… rechnen können die ja auch nicht, diese Pachulken. Und mir dann traurige Geschichten vom letzten Mietwagen der Welt erzählen, an der Schweizer Grenze, eine Autovermietung neben der anderen, der ganze Hof bei Sixt voll mit Autos. Sozusagen gestapelt. Die Kaution läßt er mich bezahlen, bei der ganzen ADAC-Katastrophe steht nur meine Name und meine Telephonnummer in den Papieren. Diese Nummer ist so billig, so unfassbar primitiv, daß einem die Tränen kommen könnten.
      Und dann vergisst dieser Trottel auch noch, daß die Lampen bundesdeutsche Netzanschlüsse brauchen – ich rüste die ihm auch noch nach, damit er bei der Fete heute nicht wie der letzte Trottel dasteht.

      Die Fete habe ich geklemmt; mir gehts echt nicht so gut. Bei der Aktion habe ich mir die Grippe eingefangen. Morgen auch noch und da sehe ich mal… ich weiß da jemanden, bei dem ich gerne arbeiten würde. Streng genommen sogar 2 und Benzin ist noch genug im Tank.

      L.G., Pantoufle

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