Guten Morgen

Die doofen Versender von Bike-Teile-Service haben sich immer noch nicht gemeldet, obwohl ich schon Freitag einen Riesenkarton bestellt habe! Na ja, vielleicht nicht riesig, aber dafür teuer. Bremsscheiben, Lager, Auspuffdichtungen und sowas. Das »da lächelt der TÜV Ingenieur« Glückspaket. Donnerstag ist neue-Reifen-Tag und am Freitag wollte ich zum Baurat… wenn die weiterhin schlafen, klappt meine Terminplanung nicht.

Statt dessen habe ich Fussball gesehen, damit ich mitreden kann, eine eigene Meinung habe (Wahrheit ist es, vor der die Meinung erbleicht. G.W.F. Hegel). Da ich das seit Jahrzehnten nicht gemacht habe, dachte ich, es wäre mal wieder an der Zeit. Und siehe: Das Spiel hat sich doch sehr verändert. Die Rolle des Schiedsrichters als Vollstrecker der Videoaufzeichnung war mir völlig neu, genau so wie die Regel, daß ihn nur noch 2 Personen beschimpfen dürfen. Ich empfand das als Rückschritt, da mir die schauspielerischen Darbietungen der Balltretenden im Falle von Blutgrätsche und Handspiel doch sehr fehlten. Statt dessen ewige Unterbrechungen, wenn sich der »Unparteiische« vorm Bildschirm von der Lauferei erholte. Fehlte eigentlich nur noch irgend ein »KI«-Kokolores.

Jedenfalls fällt damit ein wichtiger Grund weg, wegen dem sich die Fans vor dem Stadion gegenseitig auf die Fresse hauen können. Es ist doch sehr fraglich, ob der Mensch an diesem Grad von Gewissheit tatsächlich interessiert ist. Die Geschicklichkeit, mit der jemand erfolgreich schummelt, hat immer schon ein höheres Ansehen gehabt als die reine, makelose Tat.

Aber die »Formel 1 isierung« ist wohl nicht aufzuhalten.

AFD-Abgeordneter beißt Gegendemonstranten ins Bein. Wenn das der Führer wüßte!

Annagagalena Baebrock, Außenministerin, irgend etwas mit Völkerrecht und dem Kanzlerinenamt nicht abgeneigt, bezahlt ihre Maskenbildnerin anständig. Daran ist erst einmal nichts verwerfliches, auch wenn ich mir wünschen würde, daß man die Kollegen vom Theater ähnlich gut bezahlen würde. Deren Arbeitszeiten sind durchaus vergleichbar, (»Und da ich sehr, sehr viel reise und sehr viel unterwegs bin zu Tag- und Nachtzeiten, werden die Leute natürlich dann auch so bezahlt.«) nur daß die in der Regel aus Gründen mit dem Fahrrad und nicht im Flugzeug oder einer Limousine unterwegs sind.

Bildquelle Wikipedia, Aufnahme ist gemeinfrei

»Besonders bei TV-Auftritten müsse man gegen den Grauschleier anschminken«. Das ist vom beleuchtungstechnischen Anspruch durchaus richtig und gilt für Kunstlicht und Kameras seit Beginn der elektrischen Beleuchtung. Und genau deswegen sind solche Leute auch an jedem Punkt der Erde wo es ein Theater, ein Photostudio, eine Rock`n`Roll-Show oder eine Fernsehaufzeichnung gibt, in ausreichender Menge verfügbar. Man muß die mitnichten um den Planeten fliegen – das ist tatsächlich pure Geldverschwendung. Man könnte mit der selben Argumentation auch eine Kolonne Straßenkehrer mitnehmen, um nicht vor der Kamera auf einer Bananenschale auszurutschen.

»Ansonsten sieht man aus wie ein Totengräber, weil man total grau ist.«

Und genau bei dem Satz habe ich mich dann sehr nachdrücklich geräuspert! Ich gehe mal davon aus, daß Totengäberinnen ebenfalls gemeint sind. Da fiel mir sofort Alice ein (Name von der Redaktion geändert). Das war eine Kollegin am Theater, die gerne mal am Theater arbeiten wollte, ihren Job als Totengräberin aber in Teilzeit aufrecht erhielt.

Alice ist (der Unterschied zu Annagagalena könnte nicht größer sein) äußerst »anschaulich«, wissbegierig, sehr fleißig, klug, spricht Deutsch und ist überhaupt das Gegenteil von grau. Ich könnte sie mir ausgezeichnet als Außenministerin vorstellen, was sie selber aus gesunder Selbsteinschätzung von sich weisen würde. Durch die regelmäßige Arbeit im Freien ist sie mit einer gesunden Gesichtsfarbe gesegnet, ihr Körper… ach, lassen wir das!

Von Steuergeldern leben.

 

4 Gedanken zu „Guten Morgen

  1. Moin Siewurdengelesen

    Schön Dich mal wieder zu lesen 🙂

    Nee, die Effe schläft und muß vollkommen neu aufgebaut werden. Wenigstens der Motor. Ich hatte gerade neue Reifen, neue Bremsscheiben, Dämpfer…blablabla – da klang es wie Nüsse in der Keksdose. Just in diesem Moment kam mein Bruder um die Ecke, drückte mir ein paar Fahrzeugschlüssel in die Hand und meinte »halt mal!«

    Und so hat die Diva 4KM den Weg in meine Einfahrt gefunden. Ich mußte halt täglich zur Arbeit, ein Auto hab ich immer noch nicht und so kam das auf die Sekunde genau richtig.

    Seitdem führen wir eine liebevolle Vernunftehe. Man kann sogar Touren fahren, sogar zu zweit und etwas Gepäck, auch wenn mir der Druck doch sehr fehlt. Es geht doch nichts über Hubraum außer mehr Hubraum. Warum man aber dieses Motörchen mit dem selben Gewicht wie die Effe ausstatten kann, wird wohl nur Yamaha verstehen.

    Jedenfalls hat sie wieder TÜV und der Baurat war sehr zufrieden mit ihr. Und mit mir auch. Da wollen wir nicht meckern und ich werde sie noch eine Weile fahren, bis ich wieder anfange, im Akkord zu schrauben. Das war die letzten Monate wegen einem Arbeitsunfall leider wenig der Fall, aber jetzt geht’s schon besser und ich kann auch wieder fahren. Dann kommt die Schrauberei ganz von selber.

    Zu helfen ist mir nicht, außer Du willst mich besuchen und mir helfen, das Bier wegzutrinken. Das kannst Du natürlich jederzeit machen!

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  2. Moin

    „Diva 4KM“

    Die Diversion wäre mein zweiter Favorit an Mopped gewesen und eine Weile stand ich sogar kurz davor, mir hier im Umfeld eine alte XJ600 zu krallen zwecks Wiederaufbau. Die kleene XJ war schon immer so ein Underdog, den ich aber auch sehr gerne gefahren bin.

    Die Diva ist m.E. etwas verkannt. Bis auf das labberige Fahrwerk ist die Kiste ein absolut alltagstauglicher Kilometerfresser wie die Effe, hat einen richtigen Lenker und keine Stummel, moderates Gestühl und vor allem Kardan. Das sie auch so ein Eisenhaufen ist, mag man ihr ankreiden, verleitet aber andererseits nicht zu Orgien wie bei den modernen Robocop-Einsitzern, die sich Motorrad nennen;-)

    Mein Eisenschwein ist mittlerweile auch bei über 90000km gelandet und der Zweitaktstinker musste mal kurz auf seinen Motor verzichten, nachdem es vor zwei Jahren einen Kolbenklemmer gab, bei dem ich fast noch im Graben gelandet wäre. Jetzt mische ich den Sprit selber in der garage und nehme nur noch „billiges“ Zweitaktöl. Manchmal denke ich, dass zuviel des Additiven für die alten Mühlen gar nicht so gut sind.

    Mit dem Besuchen murmelt es seit Jahren im Hinterkopf und auch ein Ziel Ruhrgebiet, von wo wir mit dem Maschinchen oder als Gastgebererleichterung im Winter mit dem Mietcamper kämen. Aber irgendwie…

    …muss das noch werden!

    Dann kuriere mal weiter und mache mit Arbeitsunfällen lieber halblang. Das ist es einfach nicht wert, wobei meinereiner ja beruflich tatsächlich privilegiert ist und nicht jeden Dreck für´s Leben machen muss.

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  3. Moin

    Von der 600` Diva schwärmt besagter Bruder sehr. Er hat seinem Töchterchen so eine verschrieben und sie zählt nach seiner Aussage zu seinen Lieblingsmotorrädern.

    Das Fahrwerk von der 4KM habe ich aber in den Griff bekommen. Einen abgekauten Bremskolben und eine Unterlegscheibe (zusammen 25 mm hoch) in Verbindung mit progressiven Federn (mittel-TÜV-konform), neue eingeklebte Lenkkopflager und einen Satz gute Schwingenlager penibelst eingestellt haben ein definitiv anderes Motorrad daraus gemacht. Nicht wiederzuerkennen!

    Bei dieser Revision stellte sich außerdem eine geradezu kriminelle Qualität der vorderen Radlager heraus, was aber mit Hilfe von SKF für eine Handvoll Dollar leicht zu ändern war. Zeitlich leider erst nach Austausch des Lenkkopflagers, was es im Nachhinein schwierig macht zu beurteilen, wer da der Schuldige war. Festzuhalten ist ferner, daß der originale Dämpfer hinten immer noch (gut) seinen Dienst tut, nur für den Sozius-Betrieb wünschte man sich gelegentlich etwas Einstellbares.

    Wie Du bereits sagtest: Lenker und Sitz passen, Yamaha-Kardan ist Yamaha-Kardan und eigentlich finde ich sie recht hübsch. Diese nach vorne geneigten Zylinder hatten es mir schon immer angetan, auch wenn diese Konstruktion beim Schrauben für Hindernisse sorgt; der Unterschied zu einer 31A oder 58L ist eklatant – von den schlechteren Fahrleistungen mal abgesehen. Der Schwerpunkt bei der 4KM liegt gefühlt deutlich höher als bei den Vorgängern.

    Von der Zuverlässigkeit kann ich nach 2 Jahren nur das Beste berichten. Bis auf gelegentlichen Ärger mit Steckverbindern (»Das muß so! Wir haben die Elektrik für eine bessere Kundenexperience noch weiter verbessert!«) gibt es nichts zu meckern.

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